Viele haben schon so ihre Erfahrungen mit der Bank gemacht. Die Geldinstitute feilschen um jede Nachkommastelle, wenn es um die Sparzinsen geht. Doch wenn ein Kunde in die ärgerliche Situation kommt und sein Girokonto überziehen muss, so greifen die Kreditinstitute ohne Scham zu. Nur wenige Banken bilden da die Ausnahme.
Mehr als zehn Prozent Zinsen
Wer ein Konto eröffnen möchte, der sollte in jedem Fall einen Girokonto Vergleich durchführen, um zu schauen bei welcher Bank er die besten Konditionen für sich bekommt. Doch für die Geldanleger sind die Zeiten im Moment alles andere als rosig, da die Europäische Zentralbank den Leitzins auf ein Prozent gesenkt hat. Auch auf dem Tagesgeldkonto sind momentan nicht mehr als 2,5 Prozent Zinsen drin. Deutlich wird dies, wenn ein Vergleich der Tagesgeldkonten gemacht wird.
Doch wenn man sich einmal vorstellt, dass es ein Institut gibt, das zehn Prozent und mehr Zinsen auf ein Tagesgeldkonto zahlt, dann wäre dies fast wie das Paradies auf Erden und niemand würde ein solches Angebot ausschlagen. Doch für Kunden gibt es ein solches leider nicht. Andersherum genehmigt sich die Bank aber teilweise noch viel mehr Zinsen. Denn im Grunde genommen ist ein Dispokredit auf dem Girokonto nichts anderes als ein umgekehrtes Tagesgeldkonto. Mit dem einzigen Unterschied, dass nicht das Kreditinstitut bestimmt wann das Geld zurück gezahlt wird.
Volksbanken und Sparkassen am teuersten
Grundsätzlich sind die Sparkassen und die Banken daran interessiert, dass ihre Kunden das Konto überziehen, da dies die Kassen klingeln lässt. Bei der FMH-Finanzberatung stehen die Volksbanken und Sparkassen ganz oben auf der Vergleichsliste in Sachen Dispozinsen. Wer beispielsweise als Kunde der Sparkassen Leipzig, Langen-Seligenstadt und die Ostsächsische Sparkasse Dresden seinen Dispo nutzt, der muss dafür satte 13,5 Prozent zahlen. Dicht darauf folgen die Berliner und die Frankfurter Sparkasse mit einem Zinsatz von 13,25 Prozent und die Commerzbank und die Dresdner Bank erheben einen Zinssatz von 13,24 Prozent.
Auch bei den Filialbanken ist es so gut wie unmöglich ein Girokonto zu finden, bei dem der Dispozinssatz unter zehn Prozent liegt. Mit 10,15 Prozent und 9,74 Prozent sind die Zinssätze der HypoVereinsbank und der Targobank, sowie einige Sparda-Banken noch relativ human. Viele PSD-Banken, die örtlich organisiert sind, verlangen von ihren Kunden teilweise weit unter zehn Prozent. Eher müsste man bei diesen von Direktbanken sprechen, da sie nur über sehr wenige Filialen verfügen.
Direktbanken verlangen weniger
Im Vergleich zu den Filialbanken haben viele Direktbanken moderate Zinssätze bei der Überziehung des Kontos. Die Deutsche Skatbank verlangt am wenigsten. Wer hier Schulden auf seinem Konto macht, der zahlt lediglich sechs Prozent. Auch die DAB bank, SKG Bank und die DKB halten günstige Zinsen unter acht Prozent bereit. Leider gibt es aber auch hier Banken, die nach oben hin ausreißen. Die Volkswagenbank direct, die Audi Bank direct und die 1822 direct verlangen über zehn Prozent Dispositionszinsen.
Doch der Dispokredit ist natürlich nicht das einzige Argument für die Wahl eines Girokontos. Die unterschiedlichsten Faktoren spielen hier eine wichtige Rolle. Zum Beispiel dürften sich diejenigen, die ihre Konto immer mit Guthaben führen über einen Guthabenzins freuen. Auch die Frage danach welche und EC- und Kreditkarten zur Verfügung stehen und auch ob eine kostenfreie Kontoführung an ein bestimmtes Einkommen geknüpft ist, spielt mit in die Entscheidung rein. Gerade auch aus diesem Grund ist ein Vergleich der Girokonten so wichtig.