Da unsere Gesellschaft immer älter wird, steigt natürlich auch die Anzahl der gebrechlichen Personen. So haben immer mehr Familien einen oder mehrere Angehörige, die auf fremde Hilfe angewiesen sind. Sei es die Großmutter, die ohne Rollator nicht mehr vor die Tür gehen kann, oder der Großvater, der im Rollstuhl sitzt.
Viele Angehörige wissen da oft nicht weiter, wie soll man neben dem Beruf und der Kindererziehung noch für die gebrechlichen Großeltern sorgen? Da liegt es oftmals nahe, an ein Altersheim zu denken. Doch die Einweisung in ein Altersheim sollte immer nur die letzte Möglichkeit sein. Denn die alten Menschen aus ihrer vertrauten Umgebung zu reissen, in der sie oft jahrzehntelang gelebt haben und in ein Alters- oder Pflegeheim zu geben, ist für die Betroffenen oftmals sehr belastend. Vom eigenen Haus oder der eigenen Wohnung in ein kleines Zimmer in einem Altersheim ziehen zu müssen ist nicht gerade leicht zu verkraften, viele Bewohner eines Altersheims werden daher nachvollziehbarerweise depressiv oder schließen innerlich mit ihrem Leben ab. Da ist es doch auf jeden Fall besser man richtet sein Heim seniorengerecht ein und erspart so seinen Angehörigen den Einzug ins Altersheim.
Möglichkeiten zum barrierefreien Ausbau
Gerade Angehörige von gehbehinderten Menschen wissen oftmals nicht, wie sie ihr Haus oder ihre Wohnung für Personen im Rollstuhl einrichten sollen, eine Möglichkeit wäre beispielsweise der Einbau eines Treppenlifters. Ein Treppenlifter oder Treppenschrägaufzug ist eine sinnvolle Möglichkeit, sein Haus seniorengerecht umzubauen. Hier gibt es die verschiedensten Varianten: den Plattformlift, der speziell für Rollstuhlfahrer ausgerichtet ist, den Treppenlift beziehungsweise Stehlift oder den Hängelift für Rollstuhlfahrer. Der Plattformlift ist eher für Hauseingänge gedacht, wird aber auch immer mehr in Wohnhäusern eingesetzt.
Beim Plattformlift fährt der Rollstuhlnutzer auf eine Plattform, legt den Sicherheitsbügel um und steuert mittels Fernbedienung den Lift über die Treppen. Dies alles kann der Rollstuhlfahrer selbständig und ohne fremde Hilfe tun. Der Treppenlift oder Stehlift für gebrechliche und in ihrer Mobilität eingeschränkte Personen ist ein Stuhl, der mittels Schienensystem und Fernsteuerung über die Treppen gleitet. Der Stehlift funktioniert genauso, mit der Ausnahme, das der Nutzer - wie der Name schon sagt - auf einer speziellen Plattform steht.
Beide Varianten haben gemein, dass es spezielle Sicherheitseinrichtungen wie Gurte oder Bügel sowie Haltegriffe gibt. Der Rollstuhl-Hängelift ist ein speziell für Rollstuhlfahrer ausgelegter Lift, der Nutzer legt selbständig einen Gurt an seinem Rollstuhl an und wird mittels einem an der Decke befestigten Schienensystem über die Treppen empor gehoben. Diese Variante eignet sich speziell für enge und verwinkelte Treppenhäuser, in denen aufgrund behördlicher Vorschriften kein Treppenlift installiert werden darf. Die Finanzierung ist meist ein Hauptproblem. Da die Konstruktion und die Montage solcher Lifte sehr aufwendig ist, die Teile hochwertig sein müssen und speziell geschulte Fachleute die Installation vornehmen, kostet so ein Treppenlifter oftmals von 3.000 bis zu 25.000 Euro. Deshalb hier ein paar Tipps über die finanzielle Bezuschussung für Treppenlifter.
Pflegeversicherungen oder gebrauchte Lifte
Hat man eine Pflegeversicherung abgeschlossen, so zahlt diese bis zu 2.500 Euro für den Treppenlift dazu. Viele Hersteller bieten die Möglichkeit, gebrauchte Treppenlifte zu kaufen, diese sind oftmals deutlich günstiger als ein neues Modell. Natürlich sollte man gebrauchte Lifte nur von seriösen Anbietern kaufen und montieren lassen, schließlich kann es bei unprofessionellem Einbau oder unprofessioneller Montage zu schweren, teils lebensgefährlichen Unfällen kommen. Ist die Behinderung durch einen Unfall oder einen beruflich bedingten Unfall verursacht worden, so übernimmt die Haftpflichtversicherung des Unfallgegners oder im Falle eines berufsbedingten Unfalls oder berufsbedingter Krankheit die Berufsgenossenschaften die Kosten. So kann man auch bei finanziellen Engpässen für barrierefreies Wohnen sorgen.